Christopher Nolans, Die Odyssee. Unsere Kritik zur mythologischen Geschichte von Homer
Christopher Nolan, dieser Name weckt sofort Erwartungen, wenn wir ihn hören. Denn Nolan kann Filme so Bildgewaltig, so faszinieren erzählen, dass einem der Atem weg bleibt. Aber Nolan kann auch Polarisieren, was er mit „Die Odyssee“ bereits im Vorfeld geschafft hat. Alleine durch die Besetzung einiger Figuren durch bestimmte Schauspieler und Schauspielerinne, hat Christopher Nolan ständige Diskussionen und somit permanente Kostenlose PR gebracht wie es andere nicht bekommen. Wir haben uns den Film angesehen und versuchen die Frage zu beantworten, war die ganze Aufregung im Vorfeld berechtigt?
Handlung von Die Odyssee
Die Handlung sollte bekannt sein, da der Stoff schon unzählige Male verfilmt wurde. Odysseus, der König von Ithaka tritt mit seinen Männern nach langem Krieg um Troja, die Heimreise an. Dabei kommen sie vom Kurs ab und müssen diverse Gefahren und Abenteuer hinter sich bringen. Während dieser Reise von Odysseus, versuchen dessen Frau Penelope und der Sohn Telemachos, den Thron von Ithaka vor den Freiern du beschützen, in der Hoffnung, der Ehemann und Vater käme bald zurück.
Kritik zu Die Odyssee
Die Story ist bekannt und bietet aus diesem Grund auch wenig Überraschungen. Wer eine oder mehrere Verfilmungen des Themas gesehen hat, wird zu jeder Zeit wissen an welchem Punkt der Geschichte sich Odyssesus befindet, der unglaublich stark von Matt Damon gespielt wird.
Matt Damon, schafft es einen anderen Odysseus zu zeigen, der nicht nur der große Feldherr ist, der Troja mit dem Pferd zu Fall gebracht hat. Nein er ist auch der gebrochene Mann, der Verstanden hat, dass seine Idee und seine Entscheidungen zu Leid führen und die Gesellschaft verändern. Das ist der Größte Unterschied von Christopher Nolans Adaption im Vergleich mit anderen Verfilmungen. Nolan zeigt einen Odysseus, der nicht als Held nach Ithaka zurück kommt, sondern an sich selbst zweifelt. Der seine Männer, für deren Tod um Verzeihung bittet und die Bürde seiner Taten wieder gut machen will.
Ganz anders Telemachos, der von Tom Holland gespielt wird. Er hat die Leichtigkeit der Jugend, er weiß noch nicht was es heißt der König von Ithaka zu sein. Aber er will auch seinen Vater finden, den er noch nicht kennt und von dem er nur Lobgesänge kennt. Dass er noch nicht so weit ist, das Reich zu führen, merkt man besonders in den Diskussionen mit seiner Mutter Penelope, die brillant von Anne Hathaway gespielt wird.
Antinous der von Robert Pattinso verkörpert wird, ist der gemeine Antagonist. Er schafft es, alle für sich arbeiten zu lassen. Pattinson ist perfekt, man kann ihn nicht leiden, da er diese Rolle fast zu perfekt spielt. Man möchte ihm am liebsten ständig auf die Wange hauen und das spricht für die Perfekte Darbietung von Pattinson als Antinous.
Alle Protagonisten und auch die Nebenrollen, spielen grandios. Da sind so große Namen dabei wie Zendaya, Jon Bernthal oder Charlize Theron und Elliot Page, aber auch ein Name wie Lupita Nyong´o.
Gerade die letzten zwei Namen haben unzählige Diskussionen über Ethnie und Rollenbild in Filmen losgetreten und sind unserer Meinung nach erstens keine Filmkritik und zweitens völlig losgelöst von dem Film. Diese Kritik hat nur mit einem alten Weltbild etwas zu tun. Denn Elliot Page und Lupita Nyong´o sind nur kurz auf der Leinwand zu sehen, aber können die Figur jeweils absolut ausfüllen. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl, sie wären in der Falschen Rollen oder könnten diese nicht tragen. Jeder der meint, er würde den Film deshalb nicht ansehen, der wird sicherlich einen guten Film verpassen.
Produktion, CGI und Inszenierung
Die Optik von Christopher Nolans „Die Odyssee“ ist hervorragend. Die Landschaften, Kulissen, Originalschauplätze und Kostüme sind alle so gut miteinander abgestimmt, dass man immer glaubt, Nolan wäre in dieser Zeit mit der Kamera gewesen. Auch Diskussionen über die Figur Agamemnon und dessen Rüstung, sind im Grunde nur Nebensache. Denn wenn man die Figur sieht und die Wirkung versteht, die seine Rüstung innerhalb seiner Männer hat, als die Armee des Agamemnon Troja einnimmt. Dann versteht man auch, was Christopher Nolan erreichen wollte. Die Inszenierung kann man als Nahezu perfekt bezeichnen. Nolan versteht es einfach, Bilder zu erzeugen und mit dem passenden Sound ist das Bild komplett. Es wurde wenig CGI eingesetzt und Dinge zu erschaffen, sondern viel an echten Orten gedreht, was man auch deutlich sieht. Das IMAX Format komplettiert das Ganze.
Lohnt sich Die Odyssee?
Wenn man Christopher Nolan Filme bisher mochte und seinen Stil mag, wir man auch diesen Film von Nolan mögen, ganz klar. Dazu kommt der Unvergleichliche IMAX Stil, den man sich auf jeden Fall in einem IMAX Kino ansehen sollte, wenn man die Möglichkeit hat.
Wenn man dazu eine Story mag, die sich auf Charaktere fokussiert und diese über den Film toll entwickelt, dem wird „Die Odyssee“ von Christopher Nolan gefallen.
Wenn man aber eine Odyssee im Stile der alten Filme mag, die mit viel Action daher kommt und ein Abenteuer nach dem anderen Abspult, um am Ende in Ithaka anzukommen und der gefeierte Held zu sein, der wird enttäuscht sein. Denn dieser Film hat mehr Tiefe, als das Thema vermuten ließ.
Podcast zur Folge hören
Ihr wollt euch nicht verirren bei „Die Odyssee“ und wisst noch nicht in welche Richtung euch Christopher Nolan schickt, dann hört weiter unten, in Folge 112 rein. Hier reden wir detaillierter über „Die Odyssee“. Schnappt euch einen Kaffee oder ein anderes Getränk und hört rein in die neueste Folge Streamkaffee.
Cast und Fakten zum Film
Darsteller:
- Matt Damon
- Robert Pattinson
- Corey Hawkins
- Tom Holland
- Elliot Page
- Travis Scott
- Anne Hathaway
- Shiloh Fernandez
- Jamie Harris
- John Ales
- Ryan Hurst
- Benny Safdie
- John Bernthal
- Charlize Theron
- Zendaya
- Bill Irwin
- Samantha Morton
Regie:
- Christopher Nolan
Drehbuch:
- Christopher Nolan
Filmstudio:
- Universal Pictures
- Syncopy
- Wildside
Länge:
- 172 Minuten
Bewertungen:
- IMDb: 8,3/10
- Rotten Tomatoes: 95%
- Popcornmeter: 97%
FSK:
- 12
Stand: 19.07.2026
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