von Marc

Willkommen zu Folge 60 im Streamkaffee.

Komplexe Handlung mit starker Charakterentwicklung

 Morgan Freeman spielt Lt. William Somerset, der kurz vor seiner Pensionierung als Ermittler einer Mordeinheit steht. Bevor er in seinen Wohlverdienten Ruhestand geht, soll er noch seinen neuen Überheblichen, Selbstverliebten Kollegen David Mills einarbeiten. Der erste Fall der beiden, bringt sie zu einer sehr adipösen Leiche, die offenbar zu Tode gefüttert wurde. Der Tod trat ein, nachdem der Magen maximal gefüllt war und dann in den Bauch des Opfers getreten wurde. Dies hat zu inneren Blutungen geführt, an denen das Opfer verstorben ist.

Danach haben die beiden Ermittler Differenzen, die dazu führen, dass sie getrennt werden. Während David Mills einen anderen Fall bearbeitet, ist William Somerset mit dem adipösen Opfer beschäftigt. Durch die Frau von David Mills, kommen die beiden Ermittler sich wieder näher und stellen fest, das Opfer eins und Opfer zwei beider den gleichen Mörder haben, der nach dem Schema der sieben Todsünden handelt.

Einige Ermittlungen später und nach insgesamt 5 Leichen, stellt sich der Täter völlig Überraschen den beiden Ermittlern und bietet ihnen an, zu den letzten Leichen zu bringen, sollten sie ihn begleiten. Wie das ganze ausgeht, wissen sicherlich die meisten. Sollte man diesen Film aber nicht gesehen haben, so muss man dies auf jeden Fall nachholen, wenn man auf Thriller steht.

Brillantes Drehbuch trifft auf einen gescheiterten Regisseur

 David Fincher hatte Hollywood gerade den Rücken gekehrt, nachdem seine Arbeit an Alien 3 mehrfach durch das Studio behindert wurde und der dreimal als Regisseur entlassen wurde. Aber David Fincher hat sich dazu überreden lassen, die Regie bei Sieben zu übernehmen, auch durch die Hauptdarsteller, die ihm viel Rückhalt gegeben haben. Fincher schafft es in Sieben, die Morde an den Opfern so detailreich darzustellen, dass wir, obwohl man keinen der Morde sieht, sofort versteht, was an dem jeweiligen Tatort passiert ist. Dabei ist jeder Tatort so gut in Szene gesetzt, dass wir als Zuschauer immer ein gewisses Unbehagen spüren. Wir begreifen die Tat im vollen Umfang, nachdem jede im Detail erläutert wird. Das starke Ende, das wir aus dem Film kennen, haben wir unter anderem auch einem der Hauptdarsteller, Brad Pitt zu verdanken, der sich Vertraglich hat zusichern lassen, dass er genau dieses Ende spielen darf, dass wir zu sehen bekommen. Jede andere Entscheidung, hätte unweigerlich zu einem schwächeren, seichteren Ende geführt, dass mit großer Wahrscheinlichkeit nicht diesen Impact gehabt hätte. Man kann nur sagen, zum Glück haben die Produzenten sich auf diesen Deal eingelassen.

Charaktere, die sich sichtbar entwickeln und so Tiefe schaffen

 Die Figur von Brad Pitt, ist am Anfang des Films ein unangenehmer überheblicher, unfreundlicher und Arroganter Sack. Man mag ihn nicht, er ist ein unangenehmer Zeitgenosse. Durch die Ereignisse hat man einen deutlich spürbare und nachvollziehbare, Charakterentwicklung in der Figur David Mills. Spätestens am Ende des Films hat diese Ungeliebte Figur vom Anfang, alle Emotionen und Gefühle der Zuschauer bei sich. Jeder kann seine Reaktion nachvollziehen und viel hätte sicher ähnlich reagiert. Brad Pitt spielt seine Rolle hervorragend und bereits in seinen jungen Jahren, konnte man sehen, was er für ein brillanter Schauspieler ist.

Lt. William Somerset, ist der Erfahrene und Ruhige Pol in dieser Geschichte. Er will eigentlich nur noch seine paar Tage Absitzen und rechnet nicht mehr mit einem so großen Fall. Ein Fall, der sich in sein Gedächtnis einbrennen wird. Er soll seinen jungen Kollegen einarbeiten, ist aber von seiner Arroganz so genervt, dass es zunächst zum Bruch zwischen den beiden kommt. Die Frau von Mills und die Umstände des Falls, bringen die beiden wieder zusammen. Morgan Freeman war zu dieser Zeit und ist bis heute einer der besten Schauspieler. Er spielt mit so einer Ruhe, aber doch immer mit der nötigen Überzeugung, ein Meister seines Handwerkes.

Gwyneth Paltrow, die damals noch eher unbekannt war, spielt die Frau von David Mills, Tracy. Erst durch sie erkennen wir so langsam, dass Mills nicht der Arsch ist, für den wir ihn zunächst halten. Sie schafft es auch, den Bruch der beiden zu kitten. Tracy vertraut Somerset so sehr, dass sie ihm anvertraut, dass sie Schwanger ist. An diesem Punkt erfahren wir, dass David es noch nicht weiß. Das dieser Umstand am Ende des Films noch einmal interessant wird, können wir zu diesem Zeitpunkt des Films noch nicht erahnen. Auch Gwyneth Paltrow beweist bereits in frühen Jahren, dass sich eine herausragende Schauspielerin ist.

John Doe, er ist ein verblendeter, wahnsinniger Charakter, der durch seine Ruhe, die er hat, eine Gänsehaut bereitet. Sein Motiv, das wir am Ende des Films erfahren, ist mehr als gruselig. Kevin Spacey, der in den letzten Jahren etwas in Ungunst bei den Zuschauern geraten ist und sich diversen Anklagen gegenüber sah, ist trotz allem ein verdammt guter Schauspieler. In Sieben beweist er das er zur Absoluten Elite gehört.

Ein unglaublich gutes Drehbuch und ein Schlag in die Magengrube. Der Film und die Protagonisten überzeugen von Minute eins. Fincher schafft es uns so in den Bann zu ziehen, dass der Film bis heute in Erinnerung geblieben ist. Damals als ich ihn 1995 im Kino gesehen haben, war ich gerade einmal 18 Jahre alt, was vielleicht auch ein Grund für die Faszination für diesen Film ist, denn in jungen Jahren ist man ja noch ein wenig mehr zu beeindrucken. Aber auch im Rewatch war er immer noch richtig stark und es gibt nur wenige Filme, die sich über Jahre so in das Gedächtnis brennen, wie Sieben.

Darsteller:                                                                             

  • Morgan Freeman
  • Brad Pitt
  • Kevin Spacey
  • Gwyneth Paltrow

Regie:                                                                                        

  • David Fincher

Drehbuch:

  • Andrew Kevin Walker

Filmstudio:

  • New Line Cinema

Erscheinungsjahr:

  • 1995

Länge:

  • 127 Minuten

Zu sehen:

  • Prime Video, Sky Store, Apple TV

Produktionskosten:

  • Ca. 30 Millionen US Dollar

Einspielergebnis:

  • Über 327 Millionen US Dollar

FSK:

  • 16 Jahre

IMDb:

  • 8,6/10

Rotten Tomatoes:

  • 88%

Popcornmeter:

  • 95%

 

Stand 16.08.25

 Wie hat euch Sieben gefallen? Lasst gerne euren Kommentar da.

Schnappt euch einen Kaffee oder ein anderes Getränk und hört euch Folge 60, im Streamkaffee an.

Viel Spaß wünschen euch euer Jörg und Marc.

Abonniert uns bei

Spotify

Apple Podcasts

Amazon Music

RTL+, und allen Podcatcher.

Aktiviert die Glocke, damit ihr keine Folge verpasst und gerne freuen wir uns über Sterne Bewertungen bei den Podcatchern.

Folgt uns auf

Facebook

Instagram.

Was wünscht ihr euch, was wir mal besprechen sollen im Podcast? Schreibt uns ein Kommentar unter dieser Folge oder unter das Cover dieser Folge auf Instagram und Facebook oder per Mail an info@streamkaffee.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.